Wenn Menschen erfahren, dass ich Musikredakteur bin, kommt fast immer dieselbe Frage: „Welche Musik hörst Du eigentlich privat?“
Die ehrliche Antwort lautet: "...ziemlich viel Unterschiedliches!". In meinen Regalen stehen Beethoven, Aretha Franklin, Chick Corea, Peter Gabriel, Anne-Sophie Mutter und aktuelle Popmusik friedlich nebeneinander.
Ich bin Musiker, DJ, Musikjournalist, Musikredakteur, Produzent, Moderator und Kulturvermittler. Mein beruflicher Weg führte mich über MTV und radio ffn zu Bremen Vier. Als Musikredakteur bei Bremen Vier, der Popwelle von Radio Bremen, einer Landesrundfunkanstalt der ARD, verantworte ich dort die Musikplanung des Tagesprogramms, plane Rotationen und Playlists, arbeite mit MusicMaster und Musikresearch und bringe so täglich musikalisches Profil, Publikum und Programm zusammen. Dabei hilft mir die Erfahrung aus sehr unterschiedlichen Programmkulturen. Mainstream, Popkultur, Musikfernsehen, Radio, Bühne und Kulturvermittlung haben jeweils eigene Regeln. Musik höre und kuratiere ich deshalb nie ausschließlich aus meiner eigenen Perspektive.
Musik ist für mich Klang, Handwerk, Ausdruck, Geschichte und Kultur. Sie erzählt etwas über ihre Zeit, über technische Entwicklungen, gesellschaftliche Veränderungen, persönliche Erinnerungen und über die Menschen, die sie schreiben, spielen, hören oder weitergeben. Unter dem Namen SPRINGCROWD arbeite ich an eigenen Songs zwischen Pop, Jazz und elektronischen Einflüssen. Musikalisch bewegt sich mein Horizont zwischen aktuellem Pop, Barock, Klassik, Jazz und der Entwicklung der Popmusik von ihren Anfängen bis in die heutige Streaming-Ära. Künstlerische Qualität, Originalität und kulturelle Relevanz sind mir wichtig. Gleichzeitig möchte ich Menschen Zugang zu künstlerisch anspruchsvollerer Musik ermöglichen und Musik in ihren kulturellen, historischen und gesellschaftlichen Zusammenhängen verständlich machen.
Viele Jahre war ich als DJ auf Schiffen, privaten Feiern, Firmenevents, Aftershow-Partys, Stadtfesten, Konzerten und Festivals unterwegs. Dort wird innerhalb weniger Sekunden sichtbar, ob Musik Menschen erreicht, berührt oder wirkungslos bleibt. Diese unmittelbare Rückmeldung ergänzt bis heute meine Erfahrungen aus der redaktionellen Arbeit und hat meinen Blick auf Publikum und Musik nachhaltig verändert.
In den vergangenen Jahren habe ich mich intensiv mit kultureller Bildung und Kulturvermittlung beschäftigt. Die Weiterbildung „Künstler_innen für Kulturelle Bildung“ an der Bundesakademie Wolfenbüttel, mein Podcast „Kunst Teilen!“, das generationsübergreifende Projekt „Unsere Musik. Unsere Geschichten.“ sowie die Zusammenarbeit mit Künstler_innen, Musiker_innen und Kulturvermittler_innen aus ganz Deutschland haben meinen Blick auf kulturelle Teilhabe erweitert. Kultur wird nicht allein durch ihr Angebot zugänglich. Sie wird erst zugänglich, wenn unterschiedliche Zugänge ermöglicht werden(!). Die Beschäftigung mit den SINUS-Milieus hat mein Verständnis für die unterschiedliche Lebenswelten in unserer Gewsellschaft, ihre Werte, Bedürfnisse und die richtige Zielgruppenkommunkation zusätzlich vertieft.
Mit Social-Media-Formaten, dem Podcast „Kunst Teilen!“ und meinem Bühnenprogramm „Kultur geht flöten!“ verbinde ich Musikjournalismus, Kulturvermittlung und Bühnenarbeit. Musik verständlich zu machen, bedeutet für mich, Verbindungen zwischen Menschen, Zeiten und Lebenswelten zu schaffen.
Denn nicht jeder Mensch hat denselben Zugang zu Kultur, Konzerten oder musikalischer Bildung. Das habe ich im Laufe meines Lebens immer wieder erlebt. Die Frage nach kultureller Teilhabe beschäftigt mich deshalb besonders. Ob Menschen Zugang zu Musik, Kunst und Bildung haben, entscheidet sich oft schon deutlich früher im Leben, als uns bewusst ist. Umso wichtiger finde ich es, Neugier zu wecken, Berührungsängste abzubauen und Menschen einzuladen, ihre eigenen Zugänge zu Musik zu entdecken.
Musik schafft Begegnungen. Sie kann Menschen, Lebenswelten und Generationen miteinander verbinden. Ich möchte dazu beitragen, dass möglichst viele Menschen ihren eigenen Zugang zu Musik finden – unabhängig von Herkunft, Bildung oder bisherigen Erfahrungen.
Mit Roger Willemsen (+).
Maik bei Beethoven-Vortrag.
Mit Rea Garvey.
Mit Silbermond.
Mit Rudolf Schenker und Klaus Meine (Scorpions).
Mit Stefanie Heinzmann.
Mit Johannes Oerding.
Interview mit Uwe Ochsenknecht.
Mit Rolf Zuckowski.
Mit Max Mutzke.
Mit Fergie und Taboo von den Black Eyed Peas.
Mit Yvonne Catterfeld.
Mit Amy MacDonald.
Xavas.
In Vorträgen zeige ich beispielsweise auf unterhaltsame Art und leicht verständlich, wie man in die klassische Musik einsteigen kann oder was hinter den Erfolgen großer Künstler steckt.
Mozart für Einsteiger,
Beethoven für Einsteiger,
Felix Mendelssohn-Bartholdy,
Von Bülow bis Petrenko (Die Geschichte der Berliner Philharmoniker),
Vom Pianoforte bis zur mp3 (Künstler und Musik im Spiegel des technischen Fortschritts) oder
Adolphe Sax und seine verrückten Schallbecher (Die Geschichte des Saxophons).